Futterumstellung

Futter muss langsam umgestellt werden!

Warum das so wichtig ist, und wie du das am einfachsten machst, erkläre ich in diesem Text.

Die Darmflora ernährt sich von der Nahrung des Tieres. Das Mikrobiom, so wird die Darmflora auch genannt, hilft beim Verdauen, stellt Vitamine zur Verfügung, gehört zum Immunsystem und vieles mehr. Wir kennen nicht alle Aufgaben der Darmflora. Wir wissen aber, wenn die Zusammensetzung der Darmflora nicht stimmt, gibt es unzählige negative Folgen, wie: Kotwasser, Koliken, Blähungen, immer wiederkehrende Infekte, Vitaminmangel mit weitreichenden Folgen, Leistungschwäche, - die Liste ist sehr lang!

Also ist es wichtig, die richtige Zusammensetzung der Darmflora zu pflegen. Sie besteht aus vielen Kleinstlebewesen, welche in unterschiedlichen Darmabschnitten anders zusammengesetzt sind.

Wie gesagt, sie ernähren sich vom Essen des Tieres. Ein Pferd das Heulage frisst hat also eine ganz andere Darmbesiedlung als ein Pferd das Heu frisst.

Sicher ist, dass ein Pferd mit einer natürlichen Darmflora am besten leben kann. Also braucht es eine naturnahe, abwechslungsreiche Fütterung. Deshalb orientiere dich bei der Futterauswahl an der Nahrung der Urpferde in der Steppe.

Futter wird aus vielen Gründen umgestellt, Pferde werden angeweidet oder abgeweidet(!), sie stehen auf einer andern Weide mit andern Pflanzen, oder das Futter im Trog wird aus therapeutischen oder andern Gründen verändert.

Die Zusammensetzung des Mikrobioms ändert sich automatisch. Wird ein Pferd von Heulage auf Heu umgestellt, verhungert der Teil der Darmflora, der sich von Heulage spezifischen Bestandteilen ernährt. Und die faserverdauenden Bakterien, welche sich von Heu ernähren, können sich ausbreiten, sie haben ja jetzt genug zu essen! Das Absterben jeder lebenden Zelle setzt Giftstoffe frei. Der Körper muss diese Giftstoffe unschädlich machen und ausscheiden. Um ihn nicht zu überfordern sollen diese Darmfloralebewesen nicht innert kürzester Zeit sterben! Futter muss also über 3-4 Wochen umgestellt werden.

Eine bewährte Vorgehensweise ist hier dargestellt.

Fall dein Pferd stoffwechselempfindlich ist, ist es sinnvoll neue Futter langsamer einzuschleichen. Das sind zum Beispiel Pferde mit Blähungen, Kotwasser, Leber oder Nierenschwächen. Am Anfang fütterst du also nicht schon 1/4 der neuen Menge des neuen Futters sondern erst 1/8. So stellt sich die Darmflora langsamer um und brauchst eine Woche mehr.

Die Umstellungen zu einem natürlicheren pferdegerechterem Futter lohnt sich immer!

Guten Appetit wünsche ich deinem ausgeglichenen Pferd!

Zurück